Manchester, 14. Dez. 1866
Lieber Mohr,
Du glaubst gar nicht, wie überlaufen ich jetzt bin von allerhand Volk. Junge Leute, von Kunden empfohlen, die Stellen hier suchen; Agenten oder solche, die es werden wollen; dazu diese Woche noch mein liebenswürdiger Neffe Blank1, der sich in London festgesetzt hat – so geht das in einem fort, und Du begreifst, wie schwer man dabei zum Schreiben kommt. Dazwischen kommt dann manchmal auch so einer hergelaufen wie der Schreiber des inl. Briefs und setzt mir die Pistole auf die Brust. Als ich den Brief las, wußte ich gleich, wer mir diesen Biedermann auf den Hals geschickt hatte, nämlich der brave Dr. Rode, und der Biedermann bestätigte mir dies auch, als er mir auf die Bude stieg. Dieser unverschämte Rode erlaubt sich sonderbare Geschichten gegen mich. Erst macht er mir den abgeschmacktesten Krakeel mit Klings, nachdem dieser hier gewesen war2, und dann kommt es sogar so weit, daß er mir solche Leute auf den Hals schickt und sie auf mich als den Kassierer der ganzen Flüchtlingschaft anweist. Wenn mir noch einmal so was von dem Kerl passiert, so kann er sich drauf verlassen, daß er Freude an mir erleben wird. Warum läßt er mich nicht in Ruh, ich kenne ihn ja gar nicht?
Die Saupreußen operieren allerdings ganz ausgezeichnet. So dumm hätte ich sie mir doch nicht vorgestellt, aber man kann sie sich wirklich nicht dumm genug vorstellen. Desto besser. Die Sache ist doch einmal im Gang, und um so eher gibt’s Revolution, und diesmal sicher nicht ohne Köpfen, wie Du sagst.
Das Kontor wird zugeschlossen, und ich muß auch schließen. Inl. zwei Fünf-Pfd.-Noten:
I/S 38969 und I/S 62239, Manchester, 26. Jan. 1866
Es ist alles, was ich riskieren kann zu schicken, ehe ich weiß, wie ich stehe, was ich nicht nachsehen kann, bis die Bücher aufgeschrieben sind. – Beste Grüße an Deine Frau und Kinder.
Dein
F. E.